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Lehrstuhl für Astronomie

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2. Preis beim Wettbewerb "Schule trifft Wissenschaft"

2. Preis für ein Kooperationsprojekt des Lehrstuhls mit dem Friedrich-Koenig-Gymnasium im Wettbewerb "Schule trifft Wissenschaft" der Robert-Bosch-Stiftung

 

Bei einem Festakt in Berlin wurde am Montag, 2. Dezember, das Gemeinschaftsprojekt „Helligkeitsschwankungen aktiver Galaxienkerne“ des Würzburger Friedrich-Koenig-Gymnasiums (FKG) und der Universität Würzburg mit einem zweiten Preis beim bundesweiten Wettbewerb „Schule trifft Wissenschaft“ der Robert Bosch Stiftung ausgezeichnet. Der Preis, der seit 2009 verliehen wird, ist eine Auszeichnung für die gemeinsame Arbeit von Lehrern und Wissenschaftlern, die mit großem Engagement und innovativen Ideen neue Wege gehen, um Schüler für Naturwissenschaften und Technik zu begeistern, forschendes Arbeiten zu ermöglichen und innovative Unterrichtsideen zu realisieren. Er ist der höchstdotierte Preis in diesem Bereich in Deutschland.

Den Hauptpreis in Höhe von 50.000 Euro erhielt das ProjektExpeditionary Learning Alpin (ELPIN)-Mint: Forscherwochen in den Bergendes Schyren-Gymnasiums Pfaffenhofen, der TU München und des Schülerforschungszentrums Berchtesgadener Land. Zwei weitere Preise in Höhe von jeweils 20.000 Euro gingen an das baden-württembergische ProjektSimulierte Weltenund an das Projekt aus Würzburg. Die drei Preisträger setzten sich in einem Feld von 64 Bewerbern aus dem gesamten Bundesgebiet durch.

Schüler und Lehrer des Schülerlabors des Friedrich-Koenig-Gymnasiums beobachten gemeinsam mit Wissenschaftlern des Lehrstuhls für Astronomie der Universität Würzburg Veränderungen der Helligkeit eines sehr seltenen Typs ferner Galaxien, die mit Vorgängen in den Kernen dieser Galaxien zusammenhängen, und die deswegen als aktive Galaxienkerne bezeichnet werden.  Die optischen Messungen der Schüler ergänzen die Beobachtungen der außerordentlich intensiven und zeitlich variablen Gammastrahlung derselben Objekte mit dem MAGIC-Teleskopsystem auf La Palma, die von wissenschaftlichen Mitarbeitern des Lehrstuhls für Astronomie durchgeführt werden. Durch die begleitenden Beobachtungen der Schüler entsteht seit dem Sommer 2012 ein einzigartiger Datensatz über das Langzeitverhalten der aktiven Galaxienkerne im optischen Spektralbereich.  

Periodisch wiederkehrende Signalformen bei den Helligkeitsschwankungen könnten zusammen mit anderen Beobachtungsdaten genutzt werden, um die Massen und Abstände möglicher Binärsysteme Schwarzer Löcher zu bestimmen, die als zentrale Maschine in den aktiven Galaxienkernen vermutet werden.    Ihre Existenz würde beweisen, dass sich große Galaxien durch das Verschmelzen kleinerer Galaxien bilden.   Die kleineren Galaxien bringen zwei Schwarze Löcher mit, die wegen ihres Drehimpulses für lange Zeit ein stabiles Doppelsystem bilden.  Obwohl sie eigentlich „schwarz“ sind, also selbst keine Strahlung aussenden, erhitzen sie das Gas in ihrer Umgebung auf enorme Temperaturen und werden dann als aktive Galaxienkerne sichtbar.

Methodisch steht für die Schüler die Gewinnung und Auswertung astronomischer Daten im Vordergrund: Sie machen selbstständig Aufnahmen von Galaxienzentren mit einer elektronisch gekühlten CCD-Kamera an einem speziell für fotografische Beobachtungen optimierten Spiegelteleskop. Dabei werden sie fachkundig durch die Wissenschaftler des Lehrstuhls für Astronomie und durch Lehrkräfte angeleitet. Die Schüler organisieren das Projekt selbst und führen auch die Messungen in Eigenregie durch.   Weiterführende Fragestellungen, die sich aus den Beobachtungen ergeben, können mit den betreuenden Wissenschaftlern und Lehrern besprochen werden. Es sind sogar bereits einige Ergebnisse der Beobachtungen in wissenschaftliche Veröffentlichungen mit eingeflossen.  Selbstständigkeit und Eigeninitiative, aber auch Gemeinschaft und Verantwortungsbewußtsein, werden als zentrale Aspekte der Studierfähigkeit gestärkt und dadurch den Schülern der spätere Übergang von der Schule zur Hochschule erleichtert.

Die Beobachtungen werden an der Hans-Haffner-Sternwarte in Hettstadt durchgeführt. Die Sternwarte wird vom Verein “Naturwissenschaftliches Labor für Schüler am FKG e.V.” betrieben, in dem sich Schüler, Eltern, Lehrer und Freunde der Naturwissenschaften gemeinsam engagieren.   Die Sternwarte wurde in den Jahren 2008 und 2009 von Schülern, Lehrern und Eltern des FKG mit tatkräftiger Unterstützung zahlreicher Partner aus Industrie und Handwerk sowie mit finanzieller Unterstützung Würzburger Stiftungen selbst errichtet. Besonders unterstützt wurden sie dabei von der Gemeinde Hettstadt, die nicht nur das Grundstück zur Verfügung stellte, sondern auch darüber hinaus in vielfältiger Weise zum Gelingen dieses einzigartigen Vorhabens beitrug.   Der Lehrstuhl für Astronomie stellt der Sternwarte moderne Instrumente zur Verfügung und führt dort Beobachtungspraktika für Studierende durch.

Das Friedrich-Koenig-Gymnasium ist seit 2001 MINT-EC-Schule, also ein Excellence Center für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Mit dem Preis “Schule trifft Wissenschaft 2013” erhält das FKG erneut einen bundesweiten Preis im MINT-Bereich für seine zukunftsweisende Zusammenarbeit mit verschiedenen Lehrstühlen und Instituten der Universität Würzburg. Er unterstreicht die hohe Güte und Innovationskraft des naturwissenschaftlichen Unterrichts an diesem Gymnasium, das sich die Förderung des naturwissenschaftlichen Nachwuchses zur besonderen Aufgabe gemacht hat.

Weitere Informationen zum Projekt unter http://labor.fkg-wuerzburg.de/

Pressemitteilung des Staatsministeriums