Frühes Universum
Überblick
Man nimmt heute an, dass im Bereich der
Planckenergie (10
18 GeV) Quanteneffekte der
Gravitation und damit der Raumzeit-Geometrie selbst spürbar
werden. Derzeit ist kein terrestrisches Experiment denkbar, das in
diesen Energiebereich vordringen kann. Es scheint daher
unumgänglich zu sein, das Hauptaugenmerk auf astrophysikalische
und/oder kosmologische Beobachtungen zu richten. In diesem Kontext
nimmt die Inflationstheorie eine besondere Stellung ein. Diese
Theorie erklärt die globale Homogenität und die räumliche
Flachheit unseres Universums und liefert einen Mechanismus zur
Erzeugung winziger Inhomogenitäten, die später durch die
Gravitationskraft zu Sternen, Galaxien und Galaxienhaufen
kollabierten. Diese Inhomogenitäten, die u.a. als
Temperaturanisotropien im Spektrum des kosmischen
Mikrowellenhintergrunds beobachtbar sind, haben zu Beginn der
Inflation eine Wellenlänge, die kleiner als die Plancklänge
ist. Mit anderen Worten: Die Quantengravitation wechselwirkt mit
den Inhomogenitäten und kann zu potentiell messbaren Signaturen
im kosmischen Mikrowellenhintergrund führen. In den letzten
Jahren ist eine Vielzahl von Modellen erschienen, die kosmolgische
Konsequenzen sog. Planckskalen-Physik analysierten. Die Ergebnisse
hängen dabei sensitiv von den Anfangsbedingungen ab, d.h wir
können in diesem Zusammenhang viel über das Vakuum im frühen
Universum lernen.
Betreuung:
Prof. Dr. Jens Niemeyer
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